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Was ist rausgekommen?

Bürgerbeteiligung à la Römer haftet noch stärker als bislang der Geruch der Scheinbeteiligung an: Das Beispiel Bolongaro-Palast, wo im Nachhinein die Ergebnisse durch Haushaltentscheidungen gekippt wurden, zeigen den taktischen Charakter und geringen Gehalt und Bestand dieser "Partizipation". Auch Selbstverständlichkeiten im Beteiligungsprozess, wie die Bestellung von unterschiedlichen Gutachtern für strittige Fragen wie den Bestandsbauten von Kramer und Verkehr, werden von der Stadt Frankfurt nicht wahrgenommen. Die eigene Meinung wird gutachterlich untermauert. Und fertig.

In den drei Planungswerkstätten zum Campus Bockenheim haben zahlreiche Bürger ihre Positionen vorgestellt und festgehalten. Über 300 Bürger insgesamt, davon über 100 haben sich auf allen Veranstaltungen beteiligt.  Am Ende dieses Prozesses sollte eine Empfehlung an den Magistrat stehen. Dieses ist lediglich in Form eines Konsensplans geschehen, welcher wesentliche  Streitfragen ausgeklammert hat. Klare Mehrheitspositionen wie Erhalt der Bestandsbauten von Kramer wurden nicht benannt. Unser Motiv als Bürgerinitiative uns stark in diesen Prozess einzubringen war, die Eckpunkte die wir für den Campus für wesentlich halten, in der Öffentlichkeit immer wieder vorzustellen und dies auch in Abgrenzung zu bisherigen städtischen Positionen zu tun. Wir denken das ist gelungen, wenn auch der zeitliche Aufwand sehr groß war. Und sehr viel geduldiges Papier erzeugt wurde. Neben der Teilnahme an den Planungswerkstätten wurden von den Bürgerinitiativen noch zwei Campusrundgänge durchgeführt. Bestandsbau und Verkehr waren die Schwerpunkte.

Auch nach den Planungswerkstätten gelten die hier dargelegten Positionen. Die Planungswerkstätten waren eine Vorbereitung auf die Entscheidungen der Stadtverordnetenversammlung, die jetzt im Spätherbst erwartungsgemäß eine Entscheidung treffen wird. Hier die Kernpunkte unserer Positionen.

Städtebaulicher Entwurf.

Die formelle Aufgabe der Planungswerkstätten besteht darin, eine Empfehlung für den Bebauungsplan auszusprechen. In der Bebauungsplanung wird Baurecht geschaffen, im Hinblick auf Durchwegung (Straßenführungen) des Areals, als auch der geplanten Verkehrssituation und der Art und Weise der Bebauung: Höhe und Breite der möglichen Gebäude, wie auch deren Nutzung (Gemischte Nutzung, Wohnen, Gewerbe). Einer der wichtigen diskutierten Fragen, sind die Bestandsgebäude mit dem Schwerpunkt auf den denkmalgeschützten Gebäuden.

Wir treten für eine hohe Bestandserhaltung ein und favorisieren eine gemischte Nutzung der Gebäude, um einen urbanen Charakter des neuen Quartiers zu erreichen. Durch den Erhalt von Gebäuden, die umgenutzt werden können, entsteht eine baukultuerelle Vielfalt, die der geplanten Baumonotonie entgegensteht, wie sie zur Zeit bei der Neuentwicklung von Quartieren (Beispiel hierfür Europaviertel) betrieben wird. Wir wollen das der Campus Bockenheim in seiner Geschichte auch gerade nachdem 2. Weltkrieg sichtbar bleibt.

Bestandsbau kann günstiger sein, als Neubauten. Und das bei den geplanten Neubauten die gemischte Bockenheimer Bürgerstruktur nicht vorgesehen ist, wird am  ersten Bauabschnitt sichtbar.

Die Bürgeriniativen arbeiten an einer Bestandsaufnahme der Gebäude auf dem Campus Bockenheim, die bisher für den aktuellen Stand nicht existiert. Sie soll komplettiert werden. Die jetzigen Ergebnisse sind in einem PDF verfügbar, und ergänzt durch eine Bestandskarte von 2011 und den Bebauungsplan der Goethe Uni von 1963, der vom damaligen Leiter des Universitätsbauamts Kramer erstellt wurde. Die Bestandsbroschüre ist hier einsehbar und kann heruntergeladen werden.

Die für die Stadtentwicklung und Stadtteilentwicklung sinnvollste Entwicklung ist eine deutliche Stärkung des Wohnanteils und ein starkes Engagement der Stadt im geförderten Wohnungsbau und Unterstützung von genossenschaftlichem und gemeinschaftlichem Wohnen.

Thema Wohnen: Wir wollen auf dem Campus ein Wohnquartier mit einem starken Anteil an Kultureinrichtungen. Welche Wohnungen werden gebraucht? In den letzten Jahren wurden in Bockenheim überwiegend Eigentumswohnungen gebaut. Der Bau an Mietwohnungen und Sozialwohnungen stagniert. In Bockenheim gibt es faktisch keinen Mietwohnungsmarkt für untere und mittlere Einkommen. Aufgabe der öffentlichen Hand bzw. ihrer Wohnungsbauunternehmen ist es, korrigierend am Markt zu wirken und Wohnungen zu schaffen, wo sie nicht ohnedies aus Marktinteresse entstehen. Wir halten einen höheren Anteil an gefördertem Wohnungsbau für nötig, eine Kostenmiete von 11,50 Euro / qm ist für viele zu hoch. Die Ausweisung von Baugrund für genossenschaftliches und gemeinschaftliches Wohnen für mindestens 15% der Wohnungsbaugrundstücke auf dem Campus soll verbindlich fixiert werden. Die Wohnraumnot von Studierenden nimmt rasant zu, Frankfurt zählt zu den Universitätsstädten mit dem höchsten Bedarf an Studentenwohnheimen. Die Wohnheime an der Bockenheimer Warte und im Studierendenhaus müssen deshalb erhalten bleiben und auch im Rahmen der Genossenschaften und öffentlichem Wohnungsbau unbedingt ausgebaut werden.

Kultur. Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst ist in Bockenheim bei den Bürgern hochwillkommen und ein Ausgleich für das Fehlern des studentischen Lebens auf dem Campus, wenn Goethe Universität komplett umgezogen ist. Auch wenn sie mit 900 Studenten längst nicht die Zahl der großen Goethe Uni erreicht, ist sie mit ihrem speziellen Ausbildungsangebot in Musik und Tanz eine Bereicherung für Bockenheim und Westend. Durch die Entscheidung der Universität bis 2019 mindestens den Standort Universitätsbibliothek beizubehalten ist für Bockenheim durchaus nicht negativ. So ist der Erhalt der Bibliothek und ihr sinnvollste Nutzung sichergestellt, und auch eine Anbindung der Studenten an Bockenheim bis zu dieser Zeit und womöglich darüber hinaus gewährleistet. Dies bedeutet jedoch, dass die Möglichkeiten der Hochschule auf dem nördlichen Campus (Depot, Dondorf, Bibliothek) eingeschränkt sind. Wenn jedoch die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst keine Gebäude oder Grundstücke auf dem Campus erhält, ist die Vision von dem Kulturcampus eingeschrumpft. Es bliebe dann lediglich das Engagement des Kulturforums mit den Institutionen, die sich dort zusammengefunden haben. Das ist gut, aber eben kein Hochschulbetrieb auf dem Campus Bockenheim. Hier sind Stadt und das Land gefordert, die öffentlichen Verlautbarungen für einen Kulturcampus und die Hochschule betreffend, einzulösen. Darüber hinaus wird mehr benötigt als institutionalisierte Kulturbetriebe: gebraucht werden Räume für freie Kulturschaffende, Medienschaffende, Räume für gesellschaftliches Leben und politische Diskussion. Ein solcher Platz wird unter anderem das Studierendenhaus sein, das weiterhin als offener, selbstverwalteter Raum für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und unterschiedliche Interessen genutzt werden soll. Siehe hierzu www.studierendenhaus-fuer-alle.de

Klima / Verkehr

Der Campus Bockenheim soll autofreie Zone bleiben. Die Hinzunahme der Bockenheimer Landstraße im Bereich Gräfstraße / Zeppelinallee in die autofreie Zone befürworten wir. Die Neukonzeption des Campus Bockenheim ist für die Stadt eine Chance hier das Verkehrskonzept zu überdenken und zu neuen Lösungen zu kommen. Die Anbindung an den Stadtteil Bockenheim und den Stadtteil Westend, die Verbesserung der Verbindungen (Vor allen nach Bockenheim hin beschwerliches Überqueren der dicht befahrenen Gräfstraße und Adalberstraße) soll verbessert werden. Die Entwicklung von Handel auf dem Campus soll unter Einbeziehung der Leipziger Straße geschehen. Dieses bezieht sich sowohl auf die Nutzungen und Bebauung des Bereichs Bockenheimer Warte, wie auch auf die Verkehrsführung.

Soziale Einrichtungen, Infrastruktur, Handel

Jetzt schon müssen die sozialen Infrastruktur und Nahversorgung geplant werden. Die ursprüngliche Idee in den denkmalgeschützten Professoren Villen an der Voigt-Straße eine Kindertagesstätte einzurichten, wurde auf den Planungswerkstätten schon weiter gedacht: in Richtung Kinderzentrum in größerem Maßstab und in mehreren Häusern an der Voigtstraße. Hierbei muss die Qualität der Bebauung vor den Villen und deren jetzt sehr großzügige Umgebung mitgedacht werden. Mehrere Bürotürme an Stelle des AfE-Turms, wie ursprünglich im Rahmenplan 2004 angedacht, würde eine durchaus kritische Baumasse für soziale Einrichtungen im direkten Umfeld erzeugen. (Zu schweigen davon, dass Büroraum kein Bedarf absehbar ist) Die Angebote im Einzelhandel sollen mit den Angeboten im Kerngebiet und vor allen Dingen der Leipziger Straße abgestimmt und nicht konkurrierend sein, sondern beiden Seiten dienen. Durch den neuen Mix kann auch für die Leipziger Straße die Anziehungskraft gesteigert werden. Die Nutzung von Parterregeschossen für soziale Einrichtungen und Gewerbe, durchaus auch soziale Einrichtungen im neuen Quartier fördert Lebendigkeit und Urbanität.

Bestandsbauten

Der Bestand ist als Ressource zu betrachten. Wichtig ist für uns, dass der Campus Bockenheim in seiner geschichtlichen Entstehung jetzt und auch in Jahrzehnten noch erkennbar ist: Ein Ort, der aus unterschiedlichen Schichten von Gesellschaft und Baukultur gewachsen ist und dies auch weiterhin in seinen stilprägenden Bauten erkennen lässt. Der gerade in Frankfurt praktizierte leichtfertige Umgang mit Bestandsbauten aus den 60iger Jahren sollte hier nicht wiederholt werden. Die Umnutzungs- Option der Bauten muss sorgfältig geprüft werden. Bei Vorhaben dieser Größe ist es selbstverständlich, dass mehrere Gutachten eingeholt werden, weil es viele Wege gibt, die technischen Aufgabenstellungen der Sanierung eines Bestandsgebäudes zu bewerkstelligen. Wir fordern daher, dass unabhängige Gutachter sorgfältige und differenzierte Prüfungen vornehmen.

 

Materialien zum Thema Campus Bockenheim

Unsere Vorschläge zur Bürgerbeteiligung

Bestandsbroschüre Campus / Arbeitsmaterial

Vorschlag Verkehr / Autofreier Campus

Verkehr Kulturcampus_karte

Beitrag 2. Planungswerkstatt. Identität und Campus

Beitrag 3. Planungswerkstatt: Genossenschaftliches Wohnen im Philosophicum. Wie?

Stadtteilbüro

Sie können sich über die aktuelle Situation im Stadtteilbüro informieren, die Unterlagen zu den Planungswerkstätten: Pläne des Gebiets und das sogenannte "Werkstattbuch" mit zahlreichen Dokumenten zu den Schwerpunktthemen liegen dort aus. 

Leipziger Straße 91 

Öffnungszeiten Dienstags bis Freitags 15 Uhr bis 19 Uhr. 

Samstags: 11 bis 16 Uhr. 

Kontakt per Telefon: 71 91 49 44 | per mail: kontakt@zukunft-bockenheim.de