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Erster Bauabschnitt | Mietspiegel AfE Turm Campus-Seite Archiv vor Strukturplan

Abrisse und geplante Verkäufe auf dem Campus sind die wirklichen Aktionen. Gesellschaftliche Nutzungsinteressen zählen nicht.

Auch ohne gültigen Bebauungsplan werden von der Stadt Frankfurt die Abrisse und Verkäufe der Grundstücke auf dem Campus vorangetrieben und damit Fakten geschaffen. AfE Turm, FLAT und Abriss der Gebäude an der Robert-Mayer Straße sollen das südliche Areal für die Investoren appetitlicher machen. Das Eckstück Bockenheimer Landstraße / Senckenberg-Anlage ist bereits verkauft – unter dem Vorbehalt für den Investor, das dort auch wirklich Büros gebaut werden können. Und das wird im Bebauungsplan entschieden.

Der weitere formelle Gang der Bebauungsplanung sieht vor, dass der Magistrat den vom Stadtplanungsamt erstellten Bebauungsplan prüft und ihn dann der Stadtverordnetenversammlung überstellt. Diese prüft ihn ebenfalls und übergibt ihn dann in die "Offenlage". In der vierwöchentlichen Offenlage, die obgleich immer wieder gefordert nicht in Bockenheim und nicht im Westend stattfinden wird, sondern im Stadtplanungsamt in der Schuhmacher Straße, können wir Bürger dann "Anregungen" einbringen, die geprüft werden müssen. Und zwar ebenfalls in der Stadtverordnetenversammlung. Auch wenn der bisherige Prozess von Bürgerbeteiligung, Planungswerkstätten und Dialogen den wesentlichen Kurs der Stadt unter Geschäftführung von ABG Holding nicht geändert hat, konnten doch Teilerfolge erzielt werden: Das Studierendenhaus samt dem dortigen Studentenwohnheim und der Unikita bleibt (wie es weiter betrieben und finanziert wird ist nicht klar) und der Abriss des Philosophicum und des Studentenwohnheims an der Bockenheimer Landstraße, die lange als klar Sache galten ist in beiden Fällen eher fragwürdig geworden. Grüne und CDU, die die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung bilden, haben im Juli 2013 einen Antrag auf den Weg gebracht, der zumindest eine deutliche Option für den Erhalt von Philosophicum und Studierendenhaus gegeben, im Fall des Philosophicum auch eine Option für gemeinschaftliches - und genossenschaftliche Nutzung.

 Antrag CDU / Grüne im Wortlaut

 

Ein weiterer Punkt auf dem Campus Areal sind die Schaffung bezahlbaren Wohnungen und die sozialen Infrastruktur. Weder eine  Grundschule noch die Kitas gelten hier als Selbstverständlichkeiten.

Das ist der bisherige Stand

In den Planungswerkstätten wurde gerade das Grundstück an Ecke Bockenheim Landstraße/Zeppelin Allee als gute  Verbindung zwischen den Kulturinstitutionen auf dem nördlichen Campus (Depot, Bibliothek, Dondorf und eine von der Musikhochschule geplante Halle) und dem südlichen Teil angesehen. Während das Land Hessen mit der Festlegung, neben dem Depot einen 1. Bauabschnitt für die Musikhochschule zu starten und noch in diesem Jahr einen Architektur-Wettbewerb auszuschreiben, einen guten Schritt in die richtige Richtung macht, droht der Verkauf nun, den großen Wurf, für den sich BürgerInnen und Kulturinstitutionen in den Planungswerkstätten einsetzten, zunichte zu machen. Alles was jetzt privatisiert wird, steht für eine integrierte Planung und die Vision eines bunten und sozialen Quartiers nicht mehr zur Verfügung.
Auch alle Zusagen über bezahlbaren Wohnraum beziehen sich dann immer nur auf die restlichen Flächen. 30 % wurden hier immer wieder angekündigt. Aber bereits beim ersten Bauabschnitt neben dem Depot wurde unmissverständlich klar gemacht, dass die Teile, die bereits vorab privatisiert werden (hier in einer sog. „joint venture“ mit der GWH), davon unberührt bleiben. Die 30 % gelten immer nur für die Bereiche, die nicht verkauft werden.

Auch im südlichen Bereich (AfE Turm), wird wohl darauf spekuliert, dass die Grundstücke, die in den letzten Jahren in der Krise für Investoren nicht interessant waren, jetzt durch den Immobilienboom gut verkäuflich sind. Hier soll verkauft werden, bevor der Immobilienboom, der insbesondere in Frankfurt zu einer Überhitzung der Märkte führte, vorbei ist. Dass mit dem geplanten Büroturm (140m) der bereits immense Büroleerstand in der Stadt weiter vergrößert wird, wird bewusst in Kauf genommen – eine stadtplanerische Kapitulationserklärung, welche die ohnehin schwierigen Bemühungen um Konversion von Büroflächen in Wohnraum massiv konterkariert.

Zu diesen Grundgedanken sagen wir NEIN

Gesellschaftlich gibt es kein Interesse an dem Verkauf öffentlicher Grundstücke an private Investoren. Die Stadt klagt öffentlich darüber, dass zum Bau von Wohnungen und für Soziale Einrichtungen gerade die Grundstücke fehlen. Die Verfügung über Grundstücke ist eine der Voraussetzungen für ein selbstständiges Agieren der Stadtregierung zur Versorgung der Stadtgesellschaft mit Wohnungen und wichtigen öffentlichen Einrichtungen. Dass die politischen Organe der Stadt Frankfurt sich zurzeit im öffentlichen Streit hinter das Schild ABG Holding flüchten, ändert nichts daran, dass sie als Souverän auch die Verantwortung und Weisungsbefugnis für diese städtische Gesellschaft haben. Die Chance, hier angesichts wachsender Wohnungsnot den größeren Teil der Grundstücke auf dem Campus für Wohnungsbau zu nutzen, und zu einem großen Teil für die geförderten Bauvarianten (1. und 2. Förderweg), auf die mittlerweile sehr viele Menschen in Frankfurt Anspruch haben, muss genutzt werden.

Schlussfolgerungen

1. kein Verkauf von öffentlichen und ABG eigenen Grundstücken auf dem Campus Bockenheim und in der Stadt Frankfurt!

2. Für den Wohnungsbau soll 50 % der Fläche zur Verfügung stehen. Das Bauen von Wohnungen im geförderten Wohnungen soll eine Mindestquote von 30 Prozent erreichen. Soziale Einrichtungen wie Kitas und Horte sowie studentisches Wohnen sind bedarfsorientiert einzuplanen.

3. Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst soll auf den Campus Bockenheim kommen. Die Stadt soll endlich Anstrengungen unternehmen, Grundstücke auf dem mittleren Campus dafür vorzusehen und mit dem Land Hessen zu kooperieren. Alle Akteure sollen Verantwortung übernehmen und kein würdeloses Herumgeschiebe der Verantwortung betreiben.

4. DIe auf dem Areal sich ansiedelnde Wohnbevölkerung braucht eine soziale Infrastruktur, die jetzt geplant und in Angriff genommen werden muss: eine Grundschule und ausreichend Kitaplätze von 1 bis 6  ist hier sehr gut möglich. NIcht möglich ist, die Deckung des hier entstehenden Bedarfs an Schule und Kitas im Kerngebiet, das jetzt bereits z.b, in der Franckeschule an der absoluten Grenze der Aufnahmefähigkeit arbeitet.

5. Offene Räume für gesellschaftliches und kulturelle Aktivitäten der Bürger dieser Stadt sollen von der Stadt gefördert werden. Das Studierendenhaus gehört dazu.

6. Die denkmalgeschützten Bestandsbauten müssen erhalten bleiben. Universitätsbibliothek, Philosophicum und Studentenwohnheim sind wichtige Bauwerke, die über ihre geschichtliche Bedeutung hinaus hohen funktionalen Wert haben. Alle Bestandsbauten benötigen eine Bewertung ihrer Konversionsfähigkeit. Geht Konversion vor Abriss und Neubau, ist ersterer im gesellschaftlichen Interesse der Vorzug zu geben.

7. Die Stadtverordneten und der Magistrat der Stadt Frankfurt haben die Verantwortung für die Politik der ABG Holding und müssen das Interesse der BürgerInnen an bezahlbaren Wohnungen, sozialer Versorgung und an Bildung und Kultur sowie an einer umweltverträglichen Bebauung des Campus vertreten.

 Antrag CDU / Grüne im Wortlaut

 Presserklärung der Bürgerinitiativen November 2012 hier zum Download.

Materialien zum Thema Campus Bockenheim

Zeitliche Reihenfolge

Unsere Vorschläge zur Bürgerbeteiligung

Bestandsbroschüre Campus / Arbeitsmaterial

Vorschlag Verkehr / Autofreier Campus

Verkehr Kulturcampus_karte

Beitrag 2. Planungswerkstatt. Identität und Campus

Beitrag 3. Planungswerkstatt: Genossenschaftliches Wohnen im Philosophicum. Wie?

Stadtteilbüro

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